Die Arzneiprüfung

Die in der Homöopathie verwendeten Substanzen wurden an gesunden Menschen, nicht an Tieren oder im Labor geprüft. Nur ein Gesunder kann unverfälscht die Symptome wider­spiegeln, die für das Erkennen der Mittelwirkung Voraussetzung sind. Pflanzen wie die Küchenschelle, die Tollkirsche oder das Gänseblümchen, tierische Stoffe wie z.B. Bienengift und Mineralien wie Calcium oder Phosphor wurden von Testpersonen hochdosiert über längere Zeit eingenommen. Alle dabei auftretenden Symptome wurden genau dokumentiert. Sie ergeben eine komplexe körperliche und geistige Beschreibung der Arzneiwirkungen.

Bei einer Arzneiprüfung nimmt eine gesunde Testperson ein einzelnes Arzneimittel hochdosiert und über einen längeren Zeitraum ein. Während der Einnahme bekommt sie körperliche oder psychische Beschwerden, die sie genau beobachtet und dokumentiert, z.B.: Reizbarkeit, Traurigkeit, Unruhe, Kopfschmerzen, Schwindel, Zittern, Blässe, Fieber, Symptome der Augen, der Nase, des Mundes, des Gesichts, der Verdauungsorgane, der Haut, Arme, Beine usw. Bei der Prüfung können auch sehr schwere Symptome auftreten.

Etwa 2000 homöopathische Arzneimittel wurden bis heute auf diese Weise geprüft. Die Prüfungen der letzten zwei Jahrhunderte wurden gesammelt und in mehrbändigen Werken in einer Kopf-zu-Fuß-Anordnung niedergeschrieben. Die Sammlung aller Prüfungen, die homöopathische Materia medica, umfasst mehrere Millionen Symptome. Sie ermöglicht dem Arzt den Vergleich zwischen Patienten- und Arzneiprüfsymptomen, um die ähnlichste und für den individuellen Krankheitsfall am besten passende Arznei zu finden.

Bookmark the Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Bitte vervollständigen Sie die Gleichung: *
Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.