Kinder

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Anne, 9 Jahre: Verhaltensstörung

Anne kommt im Mai 2005 in Behandlung. Sie ist anderen Kindern gegenüber dominant, rechthaberisch und besserwisserisch. Sie erteilt Befehle an ihre Spiel­kame­raden und kommandiert sie herum. Dieses Verhalten zeigt sie schon seit vielen Jahren, aber seit einem Jahr wird es zunehmend untragbar.

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Sie ärgert andere Kinder, vor allem, wenn sie sie nicht kennt, und schlägt andere Kinder.  Anne will immer Gesellschaft haben, möglichst viele um sich versammeln und im Mittelpunkt stehen. Sie fasst gerne andere Menschen an und hat dabei kein Maß für die Grenzen. Auch merkt sie nicht, wenn ein Kind nicht mit ihr spielen will. Die anderen Kinder schneiden sie, und sie hat jetzt keine Freunde mehr in der Klasse und wenig in der Nachbarschaft. Anne ist immer in Aktion, sie muss immer irgendetwas machen. Sie hat viele Ideen und Phantasien. Sie ist schnell beleidigt und wird wütend schon wegen Kleinigkeiten. Wenn sie wütend ist, schmeißt sie ihr Kopfkissen oder einen Gegenstand gegen die Wand.
Sie hat Polypen in den Nasennebenhöhlen und große Mandeln. Gefühl eines Klumpens im Hals. Sie trinkt nur Kaltes und hat Verlangen nach sauren Dingen wie Salatsoße. Manchmal Alpträume. Sie hat Angst, dass Gespenster in ihr Zimmer kommen und sie entführen. Als Kleinkind Neurodermitis.

Fast alle bisher genannten Symptome sind Tub.*-Symptome. In einem solchen Fall benutze ich kein Repertorium, sondern schlage nur noch einzelne Symptome wie das Verlangen nach Gesellschaft und der Klumpen im Hals in der Materia medica nach. Eine TBC in der Familie ist nicht bekannt, aber es gab Lungenkrankheiten: Einen Fall von Lungenfibrose und einen Lungen­krebs. Annes Mutter hatte jahrelang Eierstock­zysten, die durch Tub.* geheilt wurden, nachdem mehrere andere Mittel gegeben worden waren.

Ich gebe Anne Tub* M. Alle Symptome, das Dominieren-Wollen, Schlagen, die Alpträume und der Klumpen im Hals verschwinden durch diese Einmalgabe. Ein Jahr danach wird sie wieder rechthaberisch, sie erteilt wieder Befehle und kommandiert andere herum. Sie bekommt Tub.* und 6 Monate später Tub.* XM. Innerhalb weniger Wochen danach verschwindet die Verhaltens­störung dauerhaft. Heute hat Anne viele Freundinnen.


3-jähriger Patient: Antibiotika-Nebenwirkungen, Folge von Scharlach, rezidivierender Krupp

Der dreijährige Simon kommt am 07.03.2005 in Behandlung. Seit einer Antibiotikabehandlung im November letzten Jahres geht es ihm sehr schlecht: Er hat keinen Appetit, sieht ganz blass aus und hat Ringe unter den Augen. Er schläft unruhig, möchte abends nicht ins Bett. Im November hatte er Scharlach, im Januar 2005 wieder eine Angina, beides wurde antibiotisch behandelt.

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Weitere Symptome: Simon hat eine trockene Nasenschleimhaut mit hellgelben Krusten. Immer mal bekommt er einen Herpes an den Lippen. Er isst lieber Brot als warme Speisen, hat oft Lust auf saure Dinge, starkes Süßverlangen und eine Abneigung gegen Fett, Eier und Butter. Er neigt zu Verstopfung. Simon verträgt am Unterbauch nichts Enges. Seine Füße sind oft heiß und er will sie aussziehen. Bei nass-kaltem Wetter bekommt er leicht einen Krupp und Stockschnupfen. Nachts knirscht er mit den Zähnen. Simon hat feuchte Hände und sonst trockene Haut.

Sulfur* C30 2 Globuli.
Die Mutter kommt wieder am 04.04. Es geht ihm sehr gut, er sieht wieder gut und gesund aus und sein Appetit ist vollkommen wiederhergestellt. Bis auf die Verstopfung sind alle genannten Symptome vollkommen verschwunden! Einige Wochen später ist auch die Verstopfung kein Thema mehr und die Behandlung wird beendet.


Matthias, 4 Jahre: Kleinwuchs, Entwicklungsverzögerung

05.03.2007: Matthias ist sehr dünn, vor allem an den Beinen, und klein. Er konnte erst mit 19 Monaten laufen und geht immer noch unsicher, die Ärzte sprechen von Muskel-Hypotonie. Er ist sehr still, verhalten, tut alles mit „gedämpfter Energie“. Alles, was er macht, ist nicht energisch: Matthias schreit nicht, er tobt nicht herum und wenn er läuft oder springt, dann nur ganz zaghaft. Er wirkt irgendwie wirkt begrenzt und blockiert. Manchmal versucht er was Energisches zu tun, aber er kann es nicht.

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Bettnässen nachts. Oft hat er Fieber und Ohrinfekte, häufig geschwollene Lymphknoten. Er schwitzt viel an Kopf und Nacken. Früher starkes Zähneknirschen. Er isst sehr gerne Fleisch, Fisch und Saures, gerne auch kalte Milch.
Matthias ist nicht ausdauernd, er schmeißt alles schnell hin. Er ist etwas eigensinnig und kann mal einen zornigen Gesichtausdruck haben.

Er hat alle üblichen Mehrfachimpfungen bekommen, seine Mutter hat während der Schwangerschaft eine Lungenentzündung durchgemacht.
Ich gebe ihm Tuberkulinum* C200. Als Folgemittel suche ich Silicea* heraus.

Zwei Wochen später: Schon ein Tag nach der Einnahme von Tub. hat Matthias einen riesigen Appetit, er „haut rein“, morgens, mittags, abends. Die Eltern – bisher skeptisch gegenüber Homöopathie – sind sehr beeindruckt. Matthias ist in dieser kurzen Zeit viel lebendiger geworden in beide Richtungen: Er sagt, wenn ihm etwas nicht passt, und lacht viel mehr als früher. Er fordert. Vieles, was er vorher einfach so hingenommen hat, findet er jetzt „doof“ und „langweilig“. Die Eltern empfinden Matthias‘ Verhalten „normaler“ als vorher. Er nimmt an allen Aktivitäten mehr teil, isst viel, und redet viel. Hat deutlich mehr Gewicht.
Innerhalb dieser zwei Wochen ist Matthias unglaublich gewachsen. Für die Eltern ist das ein Wunder, man sieht es an seinen Hochwasserhosen!
Die Eltern sind offenbar zufrieden mit dem Ergebnis und melden sich erst 1 ½ Jahre später, Matthias geht es sehr gut.


Dennis, 3 ½ Jahre: Verhaltensstörung (Zorn); Ekzem

Dennis hat seit über einem Jahr rauhe Stellen an beiden Wangen, ein sog. Ekzem. Der Ausschlag ist schlimmer im Winter. Ich gebe ihm aufgrund seiner übrigen Symptome verschiedene homöopathische Mittel (Calcium carbonicum*, Sulfur*, Rhus toxicodendron*), die sich zwar immer vorübergehend bessern und auch die anderen Symptome von Dennis heilen aus, zunächst aber nicht der Ausschlag an den Wangen.

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Der verschlechtert sich besonders im Winter. Dennis hat etwas Milchschorf, der immer wieder kommt. Seine Lippen sind gerötet. Er ist jetzt seit 6 Wochen sehr provozierend und zornig: Er schreit, wirft etwas auf den Boden, leert ein Glas auf dem Boden aus, ist außer sich vor Wut. Provoziert auch andere Kinder; kann Spielsachen schlecht mit anderen teilen. Kommt seit 4 Wochen jede Nacht zu den Eltern und braucht unbedingt den Körperkontakt, vorher nur bei akuten Krankheiten. Muss die Arme um den Hals seiner Mutter legen. Ekzem in der rechten Leiste und OS-Rückseite, recht groß. Isst sehr gerne Butter, die er verschlingen könnte. Hört sehr gerne klassische Musik.
Ich gebe ihm Tuberkulinum* C200. Schon direkt nach Einnahme des Mittels, am nächsten Tag wird eine Besserung seines Verhaltens sichtbar: Dennis verhält sich nicht mehr so provozierend und zornig. Nach weiteren 2 Wochen ist er in seinem Stimmungszustand und Verhalten völlig ausgeglichen (Nachbeobachtung bis heute: 5 Jahre). Auch das hartnäckige Wangenekzem heilt innerhalb von 3 Wochen.


Maria, 6 Jahre: Ekzem, Infektanfälligkeit, Bauchschmerzen

Maria wurde im Oktober 2004 als einzige in ihrer Klasse von Kopfläusen befallen und kommt am 11.11.04 zur konstitutionellen Nachbehandlung. Die Läuse waren durch ein homöopathisches Mittel und äußerliche Behandlung mit Essigwasser und Auskämmen schnell weggegangen. Maria hat seit Jahren ein gerötetes, teilweise schuppiges juckendes Ekzem am Hinterkopf.

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Kratzen hat auf den Juckreiz keinen Einfluss. Häufig Bauchschmerzen schon seit frühester Kindheit. Oft breiiger Stuhl, der herausplatzt. Der Bauch ist empfindlich, auf Eis bekommt sie sofort Durchfall. Zeitweise viel Blähungen, auch stinkende. Mundgeruch morgens. Maria ist oft erkältet, sie hat ca. fünfmal im Jahr eine akute Angina mit stark geschwollenen Halslymphknoten. Die Lymphknoten sind inzwischen dauerhaft geschwollen. Bei einer leichten Erkältung mit Schnupfen bekommt sie hohes Fieber, hin und wieder hat sie auch Fieber ohne Ursache. Jahrelang hatte sie immer wieder phasenweise Schnupfen bzw. eine Triefnase.
Häufig ist die äußere Scheide gerötet und entzündet mit Juckreiz. Oft Absonderung von weißem Schleim aus der Scheide. Maria hat häufig Kopfweh, mittelstark, eher in der Stirn, meist nicht lange anhaltend. Lt. ihrer sehr gesundheitsbewussten Mutter hat sie eine auffällige Lust auf Süßes. Sie lutscht auch mal gerne eine Zitrone.

Das Gesicht ist besonders an den Wangen bläulich-rot gefleckt. Hände und Füße kalt, Hände bläulich verfärbt.
Als Säugling hatte sie Gelbsucht, musste nach der Geburt tagelang im Krankenhaus bleiben. Mit 3 Jahren Blasenentzündung. Übliche Mehrfachimpfungen, nach der ersten Impfung einen Tag lang hohes Fieber. Eine Urgroßmutter hatte Tuberkulose, die Großmutter väterlicherseits Brustkrebs.

Nach genauer Ausarbeitung (sog. Repertorisation) ihrer Symptome gebe ich Maria das homöopathische Mittel Sulfur* Q6.
Daraufhin bessert sich der Hautausschlag am Hinterkopf allmählich, so dass schon nach 3 Monaten vom Ausschlag kaum noch etwas zu sehen ist. Nach 6 Monaten ist er vollständig abgeheilt. Innerhalb eines Jahres normalisiert sich der Stuhlgang, Maria hat keinen Mundgeruch mehr, Bauchweh selten. Die Lymphknoten nehmen an Größe ab und sind nicht mehr tastbar. Keine Albträume mehr, keine Entzündung der Vulva, keine Erkältungsneigung mehr. Sogar die fleckige Verfärbung und Kälte der Hände verschwinden.


Peter, 3 Jahre: Akuter Pseudokrupp

Peter hat sehr starken Husten. Der Husten ist heiser, und bellend, wie bei einer Kehlkopfentzündung. Es ist ein trockener Husten, der sich nicht löst. Tagsüber geht es, aber sobald er sich hinlegt, auch mittags, wird der Husten schlimmer. Einschlafen kann er nur im Sitzen. Zieht beim Einatmen die Luft an. Temperatur um 39° C. Die Erkältung begann mit einem Schnupfen, der jetzt fast weg ist. Er hat immer kalte Füße, aber schon länger.

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Befund: Ich höre das Kind am Telefon kruppartig bellend husten.
Er soll ein Kügelchen pur, danach aufgelöst alle drei Stunden nehmen (Hepar sulfuris* C30).
Am nächsten Tag ist der Husten 80% besser und verschwindet im Laufe des zweiten Tages vollständig.


Marco, 10 Monate: Verstopfung

Marco hat morgens sehr harten Stuhlgang, der wie Schafskot aussieht. Im Laufe des Tages hat er noch ein- bis zweimal normalen Stuhl. Er bekommt Phosphorus* C30, ein homöopathisches Heilmittel. Danach normalisiert sich der Stuhlgang sehr schnell. Drei Monate später tritt die Verstopfung wieder auf. Nach Gabe einer weiteren Hochpotenz, Sulfur* C30, ist Marcos Verstopfung dauerhaft geheilt.


Johannes, 5 Jahre: Warzen

Johannes hat mehrere große Warzen an den Händen und am Handgelenk. Im Abstand von vier Wochen gebe ich ihm zwei Mal eine Hochpotenz, erst Sulfur* C200, dann Phosphor* C30. Nach drei Monaten sind alle Warzen restlos verschwunden.


Michael, 5 Jahre: Balanitis (Entzündung der Eichel), ständig wiederkehrende Angina

Der fünfjährige Michael kommt wegen ständiger Infekte seit seinem ersten Lebensjahr und seit sechs Monaten Juckreiz an Penis und Hoden in Behandlung. Er hat ständig geschwollene Mandeln/Tonsillen, die sich immer wieder entzünden, vor allem im Winter. Er ist oft erkältet, bei schlechtem Wetter hat er fast immer Schnupfen und Husten. An Michaels Fingern schält sich die Haut, er hat ein Ekzem am Oberschenkel, er hat Alpträume, sein Appetit ist schlecht, er sieht blass aus.

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Zwischen dem ersten und dritten Lebensjahr hatte er oft Mittelohrentzündungen.
Die üblichen Impfungen hat er erhalten.
Michael bekommt ein Kügelchen (Mercurius solubilis* C30) aufgelöst in Wasser.

4 Wochen später: Die Penisentzündung ging innerhalb von wenigen Tagen weg. Michael isst die doppelte Menge. Keine Infekte. Ekzem an den Fingern ca. 70 %  besser, an den Oberschenkelinnenseiten noch ganz leicht vorhanden. Er sieht nicht mehr so blass aus.

Ein Kügelchen aufgelöst. Weitere 3 Wochen später: Michael sieht allgemein viel besser aus. Die Ekzeme sind weg. Keine Albträume. Appetit sehr gut. Michaels Behandlung wurde weitergeführt.


Jakob, 3 ½ Jahre: Infektanfälligkeit, Nesselsucht, Entwicklungsverzögerung

Jakob hat seit zwei Jahren ständig Infekte, entweder hat er Schnupfen, Husten oder Durchfall. Es gibt kaum Phasen und zwischendurch immer nur wenige Tage, in denen er gesund ist. Die Infekte beginnen fast immer mit einem juckenden Nesselausschlag mit roten Punkten wie Insektenstiche, die erst am Bauch, dann am ganzen Körper auftreten. Wenn er sich kratzt, werden die Punkte zu großen Quaddeln. Am nächsten Tag beginnt dann die Erkältung mit Schnupfen, Husten und Fieber. 50 % der Zeit im Jahr ist Simon erkältet, kaum fängt er an, sich von einer Erkältung zu erholen, kommt die nächste. Wenn er mal ins Schwimmbad geht, bekommt er immer danach eine Erkältung.

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Jakob war eine Frühgeburt. Er ist geistig früh entwickelt, aber seine körperliche Entwicklung ist verzögert. Er hat eine Spastik der rechten Seite und kann nicht ohne Hilfe aufstehen. Er ist permanent schwach, verfrohren, appetitlos und abgemagert. Jakob hat ständig geschwollene Halslymphknoten und er schwitzt am Hinterkopf. Er schläft schlecht ein und hat Alpträume. Ganz oft schlägt er nachts in Bauchlage mit seinem Kopf auf das Bett. Er ist ängstlich, hat Angst vor dem Alleinsein, ist sehr schreckhaft, anhänglich und eifersüchtig auf seine Schwester.

Ich behandele Jakob mit mehreren homöopathischen Hochpotenzen. Im Laufe der Behandlung wechsele ich die Arznei aufgrund der jeweils übrig gebliebenen Symptome. Jakob bekommt u. a. Phosphorus* Q1 bis Q18, Calcium carbonicum*, Lycopodium*, Natrium muriaticum* und Tuberkulinum*.
Schon mit dem ersten Mittel, Phosphorus*, wird die Neigung zu Infekten durchbrochen:
Er hat nur noch selten Infekte und ist nicht mehr so schwach. Sein Gewicht normalisiert sich. Er bekommt keinen Hautausschlag mehr. Die Infekte lassen sich immer schnell mit einem homöopathischen Akutmittel heilen.
Im Laufe der knapp zweijährigen Behandlung wird der Appetit wieder normal, Jakob hat kein Untergewicht mehr, keine Alpträume, er schwitzt nicht mehr am Hinterkopf. Nach Tuberkulinum* C200 macht Jakob plötzlich (nach 2 Stunden!) einen starken Entwicklungsschub und kann selbstständig, d. h. ohne Hilfe aufstehen. Das Kopfschlagen nimmt an Häufigkeit ab und verschwindet. Jakob hat auch keine Angst mehr, wenn er allein ist.


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Nico, 12 Jahre: Neurodermitis

Nico kommt im Dezember 2003 in meine Behandlung. Er ist zehn Jahre alt und hat seit seinem ersten Lebensjahr Neurodermitis. Als er noch klein war, hatte er Ausschlag in den Kniekehlen und am Oberschenkel. Der Ausschlag wurde mit Cortison behandelt und wurde besser, aber stattdessen bekam Nico Asthma und hatte ständig Bronchitis. Heute hat er Atemnot und Asthma immer bei feuchtem Wetter. Seine Neurodermitis ist wie bei vielen anderen Kindern nie ganz weggegangen. Im Winter ist es ganz schlimm. Nur im Urlaub am Meer wird sein Ausschlag besser.

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Nico ist bedrückt. Seine Eltern sind mit ihm umgezogen und er vermisst seine alten Freunde sehr. Die Schule macht ihm keine Freude mehr und seine Leistungen sind stark zurückge­gangen. Ich höre ihm ganz genau zu, denn alles, was er mir erzählt, ist wichtig für mich.
Ich gebe Nico Tuberkulinum* C200. Nicos Neurodermitis verschwindet zunächst ganz, dann kommt sie nach drei Wochen leicht wieder. Jetzt bekommt Nico Natrium muriaticum*. Dadurch geht seine Neurodermitis immer weiter zurück. Sein Ausschlag ist weniger rot und juckt nicht mehr. Nico bekommt das Mittel vier Monate lang in immer höheren Potenzen.
In dieser Zeit verändert sich viel: Nico ist fröhlich geworden. Er hat Freunde gefunden und ist wieder gut in der Schule. Seine Neurodermitis ist vollständig und dauerhaft verschwunden.
Nicos Eltern sind über diesen Behandlungserfolg sehr froh und erstaunt. Neurodermitis, allergische Hautausschläge, Ekzeme und andere chronische Ausschläge werden durch homöopathische Behandlung oft leicht geheilt. Und Kinder und Jugendliche sprechen sehr gut auf homöopathische Mittel an.


Daniel, 5 Jahre: Haarausfall

Daniel hat Haarausfall an zwei Stellen der Kopfhaut, am Hinterkopf und an der rechten Kopfseite. Der Hautarzt diagnostizierte eine Alopecia areata. Ich frage nach seinen chronischen Symptomen: Er hat ein starkes Verlangen nach salzigem Essen, nach Saurem, eine Abneigung gegen heiße Speisen und trinkt nur kaltes Wasser. Außerdem hat er zwei Warzen an der linken Hand. Kürzlich hatte er Scharlach und er hat immer noch etwas Husten und ist durch die Krankheit noch geschwächt.

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Immer wieder Husten und Infektanfälligkeit. Ich hatte Daniel deswegen ein homöopathisches Arzneimittel (Tuberkulinum*) in Hochpotenz gegeben und die Infektanfälligkeit und ein ständiger Reizhusten hatten sich gebessert.
Trockene Lippen. Er träumt viel und lebhaft, unruhiger Schlaf.

Ich gebe ihm zwei Kügelchen Phosphorus* C1000.

Die Mutter meldet sich ein Jahr später: Die Haare sind schon nach wenigen Wochen vollständig nachgewachsen.


Albert, 10 Monate: Fließschnupfen und Husten

Albert, zehn Monate, hatte gestern Fieber und musste ständig aufstoßen. Er und seine Mama waren die ganze Nacht wach. Ich gebe eine homöopathische Hochpotenz. Albert schläft in der folgenden Nacht wieder gut, das Fieber ist weg. 10 Tage später hat er einen Husten, der sich nicht löst und Fließschnupfen. Er ist sehr weinerlich. Ich gebe eine homöopathische Hochpotenz.
Nach der Einnahme geht das Fieber noch mal hoch, der Schnupfen wird schlimmer. Er schläft unruhig mit viel Husten im Schlaf. Am Morgen löst sich der Husten, er ist munterer, Appetit wieder gut. Er bekommt die Arznei drei Tage lang, es geht ihm jeden Tag besser bis der Husten ganz verschwindet.


Yannik, 4 Jahre: Husten, bellend

Yannik hat vorgestern in der Winterkälte Fußball gespielt und dabei geschwitzt.

Von gestern Abend an hat er bis heute Morgen ununterbrochen gehustet. Schnupfen und Temperatur hat er auch. Er sieht blass aus.
Ich gebe ihm eine homöopathische Hochpotenz.  In der nächsten Nacht schläft Yannik gut.
Am folgenden Tag ist der Husten gelöst und leiser, das Fieber ist weg. Am zweiten Tag sind alle Symptome verschwunden.


6 Wochen alter Säugling: Darmkolik durch Muttermilch

Säugling Thomas, 6 Wochen. Seit dieser Woche schreit Thomas ganz viel. Während des Stillens und nach dem Stillen krümmt er sich, als wenn ihm der Bauch wehtäte. Auch drückt er sich immer wieder von der Brust weg und hört auf zu saugen, sucht wieder von neuem und drückt sich erneut weg. Er ist während des Stillens ganz aufgeregt.

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Der Stillrhythmus ist durcheinander, vorher wollte er regelmäßig alle drei Stunden an die Brust. Schläft nicht; damit er einschläft, muss er herumgetragen oder geschaukelt und dann ins Bett der Mutter gelegt werden, sonst wacht er nach 5-10 Minuten wieder auf und schreit. Thomas schläft unruhig, drückt sich selbst in den Bauch, hat Blähungen und weint viel.

Er bekommt eine homöopathische Hochpotenz unter die Zunge.

Am nächsten Tag ist Thomas wie ausgewechselt. Alle Beschwerden sind vollständig verschwunden.


Dominik, 3 ½ Jahre: Diarrhoe, blutig, blutiger Durchfall

Dominik war vorgestern im Schwimmbad.
In der folgenden Nacht bekam er Durchfall mit Bauchweh. Er hatte kalte Füße, einen heißen Kopf, rote Wangen, war sehr schlapp, müde und zittrig.
Am Morgen fühlte er sich besser und ruhig, nur etwas frostig.

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Deshalb wartete ich ab und gab ihm kein Mittel. In der nächsten Nacht hatte er wieder Durchfall, Bauchweh, kalte Füße, Zittern. Heute Fieber 39° C und schleimigen, blutigen Stuhl.

Ich gebe eine homöopathische Hochpotenz.

Dominik hat sofort wieder viel Appetit. Der Durchfall ist im Laufe des Tages weg. Sein Stuhlgang ist noch eine Woche lang in Farbe und Form verändert.


Säugling Klaus, 10 Tage alt: Bilirubinämie/ Gelbsucht

Klaus hat einen Bilirubinwert von 19,6. Er ist sehr quengelig, schreit viel, wacht nachts auf, bleibt stundenlang wach. Der Stuhl ist hellgelb. Sein Bauch ist etwas gespannt. Ich gebe eine homöopathische Hochpotenz.

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Prompte Wirkung: In der folgenden Nacht hat Klaus viel Durst, alle zwei Stunden will er trinken – das gab es bisher nicht -, nach zweimaligem Stillen ist sein Bilirubinwert schon auf 16,5 und rückläufig bis er am nächsten Tag den Normalwert erreicht.


Jonas, 4 ½ Jahre: Unklare Schläfrigkeit, Mittelohrentzündung

Seine Mutter ruft an: Jonas hat 40,3° C Fieber und schläft den ganzen Tag. Gestern war er wütend, knallte Türen. Ich gebe ihm ein Kügelchen unter die Zunge.
Am nächsten Tag hat er immer noch 40° C Fieber.  Ein Globulus unter die Zunge, dann soll er das Mittel aufgelöst nehmen.
Am nächsten Tag ist nichts besser. Ich mache einen Hausbesuch und diagnostiziere eine Mittelohrentzündung.

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Befund: Trommelfell rechts deutlich, links leicht gerötet.

Ein Kügelchen unter die Zunge, dann soll er das Mittel aufgelöst nehmen. Es geht ihm sofort viel besser. Am nächsten Tag hat er einen Rückfall mit Fieber.
Er soll das Mittel noch mal nehmen.
Jonas hat eine kurze Erstreaktion mit Fieber, dann verschwinden alle Symptome bis zum folgenden Tag.


Marten, 4 Jahre: Husten, Down-Syndrom

Marten hat mal wieder eine heftige Erkältung. Zwischen 22 und 24 Uhr sitzt er im Bett, hustet und muss davon auch mal erbrechen. Er bekommt sehr schlecht Luft. Der Schleim bringt ihn zum Würgen. Seine Atmung ist tief und schwer, fast wie ein Ziehen. Marten hat Angst beim Husten und fängt an zu weinen. So geht das schon seit 14 Tagen. Kochssalzinhalationen ohne Erfolg. Nachmittags leichtes Fieber um 38,5° C. Tagsüber schnorchelt er, als wäre Schleim mit dabei.

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An der frischen Luft klingt die Atmung besser.
Die Erkältung begann mit Schnupfen. Später kamen lange Fäden aus der Nase. Der Schnupfen ist klar, morgens gelb, und grün. Seit 4 Tagen kommt kaum noch etwas heraus, der Schleim läuft hinten den Rachen herunter. Marten wird weinerlich wenn beim Spielen was schief geht.
Befund: diskrete Spastik.
Ich gebe Marten ein Globulus pur.
In der ersten Nacht schläft Marten wesentlich besser. 1 ½ Tage nach Mittelgabe klingt der Husten lockerer. Atmung jetzt erheblich besser. Kein Fieber. Nicht mehr so weinerlich. Die Erkältung klingt kurz darauf vollständig ab.


Anna, 3 Jahre: Otitis

Anna hat links starkes Ohrenweh. Anna hatte im Kindergarten bei kaltem Wind keine Mütze aufgehabt. Sie ist neu in meiner Behandlung und bekam wegen einer Essstörung seit ihrer Geburt mit Appetitlosigkeit, Obstipation, Verhaltensauffälligkeiten und Infektanfälligkeit vor zwei Wochen eine Hochpotenz. Sie hat großen Durst in letzter Zeit und hat beim Essen teilweise neue Sachen ausprobiert. Anna aß bisher nur das, was sie kennt: Brei, Pudding oder Suppe. Einzige Ausnahmen: Pommes, Chips, Salzstangen, Brezeln.

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Im Januar wurde eine schwere Otitis vom Kinderarzt mit Antibiotika behandelt, im Februar hatte sie eine fiebrige Grippe mit begleitender Mittelohrentzündung.
Seit 3 Tagen hat Anna eine verstopfte Nase.
Sie klagt öfters, hat verweinte Augen.
Sie hat mehrmals täglich ein mit einem gelben Pfropfen verklebtes linkes Auge.
Ich gebe Anna ein Kügelchen pur, dasselbe dann aufgelöst alle 3 bis 4 Stunden 1 Teelöffel.

Schon am Abend deutliche Besserung der Ohrenschmerzen, die in den nächsten drei Tagen vollständig abklingen.


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Max, 6 Jahre: Chronische Rhinitis, chronischer Husten

Der 6-jährige Max kommt am 02.06.2009 wg. chronischem Stockschnupfen und Husten in Behandlung. Seit Herbst 2008 ist die Nase verstopft. Die Absonderung ist grün, zäh, eitrig riechend und milchig trüb. Seit 3 Monaten ist die Nase ununterbrochen verstopft. Weil der Husten lange Zeit die Krankheit begleitet hat, frage ich auch die Hustensymptomatik: Der Husten war eher trocken, hörte sich an wie ein allergischer Husten mit schwierigem Einatmen;

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er war schlimmer bei Temperaturwechsel, d. h. beim Eintreten in ein warmes Zimmer aus dem kalten oder umgekehrt. Der Husten war außerdem schlimmer bei Anstrengung. Im Februar 2009 hatte Max über 1 Woche sehr hohes Fieber, er hat nichts gegessen. In dieser Zeit hatte er beim Husten auch Atemnot. Der Husten ist jetzt fast weg.
Ein möglicher Auslöser der Erkrankung waren Schwierigkeiten mit der Erzieherin im Herbst 2008: Max fühlte sich von seiner Erzieherin ungerecht behandelt. Er bekam keine Chance, sich mitzuteilen, war resigniert. Das hat ihn dann wohl zuhause wütend gemacht. Es könnte auch sein (die Mutter ist sich nicht ganz sicher), dass Max zeitgleich mit dem Beginn des Stockschnupfens neue Zähne bekommen hat.
Er regt sich schnell über Dinge auf, wird zornig und bekommt einen roten Kopf. Es kann sein, dass er im Zorn aufspringt, schreit und dass er einen Gegenstand nach einem wirft. Oder er packt seine Mutter fest am Arm. Er ist schnell beleidigt. Schon vorher war er etwas schwierig, eigenwillig, wenn er etwas nicht einsehen wollte. Er weiß genau, wie Dinge zu sein haben.
Er ist ein Kind, das sich viel bewegt, er ist neugierig, lebendig, aktiv. Schwierig für ihn sind Übergänge: Wenn er irgendwo ist, will er dort bleiben. Das war schon immer so. Wenn er zuhause ist, will er nicht weg. Ist er im Kindergarten, will er dort nicht weggehen.
Trotz seines Schnupfens hat er eine scharfe Geruchswahrnehmung. Er knirscht extrem mit seinen Zähnen, seit ca. 1 1/2 Jahren, so dass man es im anderen Zimmer hört. Sein Schlaf ist gut. Selten hat er schlechte Träume. Er schläft in allen möglichen Lagen, hat sehr lange Zeit auf den Knien und Ellbogen geschlafen. Dies hat vor ein paar Monaten aufgehört. Max isst gerne Milchprodukte, Milch, Salatgurken, Joghurt, Obst. Er isst sehr gerne auch Fleisch und Butter, fette Sahne, überhaupt Fett. Er mag keinen grünen Salat und keine Eier. Er ist ein mittelmäßiger Esser und sehr ablenkbar beim Essen, er ist immer am erzählen und muss ständig etwas tun. Lt. HNO-Arzt hat er geschwollene Polypen, weswegen der Schleim nicht abfließt.

Max ist blond, hat dreifachgezähnelte untere Schneidezähne. Der übrige Untersuchungsbefund ist unauffällig.
Max ist nur 3 x gegen Diphtherie, Tetanus und Polio geimpft. Er hatte direkt nach der Geburt eine Pneumonie und blieb 10 Tage auf der Intensivstation. Außer einer zweimaligen Mittelohrentzündung war sonst immer gesund. Es sind keine schweren Erkrankungen in der Familie bekannt, keine Tuberkulose.

Mittelwahl: Ich gebe Max als erstes Tuberkulinum*, und zwar wg. der folgenden Symptome: Grünliche eitrige Nasenabsonderung, Zähneknirschen, Zähne gezähnelt, Knie-Ellenbogenlage im Schlaf, wirft mit Gegenständen im Zorn. Als nächstes Mittel behalte ich Phosphorus* im Auge.

Verlauf: Der Schnupfen verändert ziemlich schnell seine Farbe, ist nicht mehr eitrig und zäh und vermindert sich deutlich. Der Husten verschwindet. Das Zähneknirschen wird besser und der Zorn weniger. 6 Wochen nach der Mittelgabe bekommt Max im Urlaub eine Mittelohrentzündung und er bekommt ein Antibiotikum. Nach dieser Behandlung ist der Nasenschleim verändert, er ist schaumig und weiß. Außerdem ist Max emotional sehr empfindlich. Ich gebe ihm Silicea*, und 3 Wochen später wieder Tuberkulinum*. 1 Monat später berichtet die Mutter, dass Max kaum noch zornig ist, das Zähneknirschen ist verschwunden. Insgesamt macht Max einen sehr stabilen Eindruck und ich beende die Behandlung im September 2009.


Junge, 1 ¾ Jahre: Windeldermatitis

Der 21 Monate alte Junge hat seit 1 Woche einen Ausschlag an den Pobacken im Windelbereich. Der Ausschlag ist flächig rot, etwas erhaben; die Haut ist offen und mit einer leichten weißgrauen Schicht bedeckt. An beiden Seiten der Pobacken und auf dem Hodensack sind Pünktchen, ähnlich wie Pickel. Der Kinderarzt behandelte den Ausschlag als Infektsor  mit einem Pilzmittel, aber ohne Erfolg. Um den Nabel herum nässt es.

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Vor 2 Wochen hatte der Junge eine Mittelohrentzündung, bekam Penicillin. Nach einer Woche begann alles wieder von vorne, er hatte auch im Rachen eine Entzündung und bekam ein anderes Penicillin. 2 Tage nach Abklingen der Entzündung begann der Hautausschlag.
Außerdem der Schlaf ist unruhig. Der Junge ist sehr quengelig und weiß nicht, was er will. Er ist gereizt, schmeißt Dinge von sich, will sie dann wieder haben und dann doch nicht. Er schlägt nach der Mutter. Er ist unzufrieden. Dies ist seit der Antibiotikabehandlung schlimmer geworden. Er hat wenig Appetit, viel Durst, der Stuhlgang ist eher flüssig und übel riechend. Im Moment bekommt er seinen letzten Backenzahn.

Ich gebe dem Jungen Sulfur* C200, 1 Kügelchen.

3 Tage später berichtet mir die Mutter: Die Entzündung ist weggegangen. Schon nach 1 Tag war es deutlich besser. Der Ausschlag tut ihm nicht mehr weh. Das Nässen um den Nabel hat aufgehört. Sein Schlaf ist ruhig und sogar die Stimmung hat sich verbessert.


3-jähriger Junge: Unkontrollierte Wutanfälle

Der 3-jährige Patient kommt am 10.04.2007 wegen häufiger unkontrollierbarer Wutausbrüche in Behandlung. Bisher traten die Wutanfälle vor allem auf, kurz bevor er einen Entwicklungsschub gemacht hat, z. B. vor dem Laufen, vor dem Robben. Auch nach der Geburt seiner Schwester hatte der Junge 3 bis 4 Monate lang extreme Wutausbrüche, möglicherweise durch Eifersucht. In der Wut brüllt er sehr laut, bis sich die Stimme überschlägt, wehrt einen ab. In extremer Wut möchte er nicht angesehen oder angefasst werden.

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Er ist völlig außer sich und bekommt seine Wut ganz schlecht selber unter Kontrolle. Nach dem Anfall weint er und braucht dann viel Trost. Er würde in der Wut auch gerne mal einen Gegenstand oder Dinge auf den Boden werfen, macht es aber nicht, denn er erschreckt sich immer sehr, wenn er etwas kaputt macht oder jemandem weh tut. Das scheint für ihn ganz schrecklich zu sein. Manchmal wirft er sich in der Wut auf den Boden. Nachdem seine Schwester geboren wurde, hatte er sich eine Zeit lang in der Wut auf den Boden geworfen und mit seinem Kopf auf den Boden gehauen. Der Junge ist sehr ängstlich, hat Verlassensängste, z. B. wenn sein Vater auf Geschäftsreise geht und fragt: „Kommst du auch wieder?“ Er reagiert sehr sensibel auf die Stimmung der Mutter, merkt sofort, wenn sie unausgeglichen ist, und er bekommt regelrecht Panik, wenn sich die Eltern streiten. Er kann mit negativen Situationen nicht umgehen. Er reagiert auch stark auf Stimmungen anderer. Er ist sehr auf feste Abläufe und Rituale fixiert, ist oft ängstlich in neuen Situationen. Wichtig für ihn sind feste Rituale, und wenn sich an diesen etwas ändert, schimpft er und weint.

Eine Geschichte wie die vom Räuber Hotzenplotz kann er nicht hören. Er hat Angst vor Gewitter. Überhaupt ist er extrem geräuschempfindlich, er mag keine Babyrasseln und beim Geräusch von Motorrädern bekommt er Panik. Von seinem Typ her ist er sehr fantasievoll, manchmal erzählt er irgendwelche Quatschgeschichten, oder er erfindet Reime. Er ist eher nachdenklich ernst, er lacht nicht auf den ersten Kontakt, ist eher ruhig und sehr verschmust; er will sich z. B. gerne fest an sein Kuschelfell ankuscheln. Er kuschelt auch sehr gern in einem Teppich oder in seiner Fließjacke. Er ist aktiv, man muss ihn nicht motivieren, er arbeitet gern, fegt, putzt oder kocht. Als Säugling hatte er direkt nach der Geburt eine Lungenentzündung, die antibiotisch behandelt wurde; er blieb 12 Tage in der Klinik von seiner Mutter getrennt. In den ersten 2 Monaten hat er immer nur geschriehen oder geweint, er hat schon im Schlaf angefangen zu schreien. Er war nie entspannt, lag ganz verkrampft im Bett mit einem immer angespannten Gesicht, die Fäuste waren beim Schlafen geballt. Auch heute hat er eine hohe Grundspannung. In dem Moment, wo er etwas tun soll, zieht er sich zusammen, erstarrt er, z. B. sich die Schuhe anziehen.

Er bekam die üblichen Impfungen, 4 x eine 6fach-Impfung und 2 x MMR. Auf 3 Impfungen hat er mit erhöhter Temperatur reagiert. Er ist Spätentwickler beim Krabbeln, Sitzen, Laufen und Sprechen und grobmotorisch ist er schwach bis heute, z. B. beim Springen, Laufen, auch beim Malen. Der erste Zahn kam mit 10 Monaten. Das Sprechen ist heute fast normal, er drückt sich sehr gewählt aus.

Abgesehen von leichteren bis mittleren Erkältungen und Fieberschüben war er bisher gesund. Der Junge ist weitsichtig und schielt mit dem rechten Auge nach innen. Seit Februar trägt er eine Brille. Die Augen tränen schnell bei Wind, vor allem das rechte Auge. Der Durst ist normal, Tee lässt er abkühlen. Großes Verlangen nach Butter, die könnte er pur essen. Er hat eine Abneigung gegen Eier, er isst sehr gerne Nudeln und Obst, Äpfel (3 am Tag). Milch trinkt er kalt. Er ist empfindlich gegenüber heißem Essen, aber auch zu kaltes Essen ist schwierig. Fleisch isst er nicht so gerne. Er hat einen sehr feinen Geschmackssinn. Er ist heute, mit 3 1/2 Jahren, immer noch inkontinent.

Seit 1 Jahr zeigt sich eine Tendenz zu Leberflecken. Er hat kalte, schwitzige Füße, die auch etwas riechen. Nur bei starker Anstrengung schwitzt er am Hinterkopf. Verfroren ist er nicht, er ist eher zu warm.

Familiäre Einflüsse: Die Großmutter mütterlicherseits hatte Asthma. Keine Tuberkulose. Mutter: BCG-Impfung, 2malige Tuberkulose-Testung (Tinetest).

Befund: Zähne zum Teil formverändert (Zapfen), im vorderen Bereich leicht gezähnelt. Etwas nach vorne gewölbter Bauch, Augenringe. Schüchtern.

Mittelgabe: Tuberculinum

Verlauf Ich gebe dem Jungen Tuberkulinum* XM 2 Globuli, und zwar vor allem aufgrund folgender Symptome: Wutanfälle, will nicht angesehen werden, will nicht angefasst werden, überempfindlich gegen laute Geräusche, empfindsam/feinfühlig, Verlangen nach Butter, Abneigung gegen Eier, Enuresis nocturna, formabweichende Zähne, Schlagen mit dem Kopf gegen die Wand.

Hinter der tuberkulösen Belastung erscheint mir Lycopodium das passende nächste Arzneimittel, das fast alle Symptome des Jungen abdeckt, und das ich im Hinterkopf behalte.

Verlauf: Bereits 1 Monat nach der Mittelgabe geht es dem Jungen sehr gut. Er hat fast keine Wutanfälle mehr. In seiner Selbstsicherheit hat er in den letzten 2 Wochen einen enormen Schub gemacht. Ein Sehtest 1 Monat nach der Einnahme zeigte eine deutliche Verbesserung, das Schielen ist kaum mehr sichtbar. Er ist auch nicht mehr so schreckhaft oder extrem panisch. Er ist nicht mehr so verkrampft und angespannt. Das Bettnässen hat aufgehört.


Janine, 1 ½ Jahre: Zahnungsbeschwerden

Die 1 ½ Jahre alte Janine hat seit gestern Fieber, tagsüber konstant über 39 °C. Die Wangen sind beidseits sehr rot. Sie schläft sehr unruhig und ist heute Nacht ca. 20 mal aufgewacht. Nach dem Aufwachen ist sie eine Weile wach und weint. Einmal wachte sie mit einem plötzlichen Schrei auf. Schon in den letzten Wochen ist Janine ungefähr 3 mal nachts aufgewacht und hat geschriehen und sie ist dann immer 1 Stunde oder länger wach geblieben. Die Mutter vermutet, dass sie zahnt. Ihren 1. Zahn bekam sie mit 6 Monaten. Sie hat sehr große Zähne, wie „Dominosteine“. An einer Stelle ist das Zahnfleisch geschwollen. Sie hat sehr starken Speichelfluss. In der letzten Woche hat sie kaum etwas gegessen. Wenig Durst.

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3-4 mal Stuhlgang am Tag, zum Teil sehr weich. Normalerweise hat sie einmal am Tag festen Stuhlgang. Gestern hatte sie leicht krampfartige Zuckungen am Körper.

Sie ist sehr unzufrieden, die Stimmung ist wechselhaft, sie weiß nicht so genau, was sie will, zeigt auf etwas, man gibt es ihr, und es ist ihr doch nicht recht. Sie ist eher gereizt und unruhig, aber auch weinerlich.

Sie will die volle Aufmerksamkeit, aber es ist schwierig, sie zufriedenzustellen. Anhänglich.

Die Symptome, insbesondere Gereiztheit und Unzufriedenheit bei Zahnungsbeschwerden, die Anhänglichkeit, der unruhige Schlaf mit häufigem Erwachen, der weiche Stuhlgang, die Zuckungen und das hohe Fieber sprechen für Chamomilla*.

Verlauf

Nach dem Mittel schläft Janine direkt ein, ein gutes Zeichen. Abends bekommt sie über 40 °C Fieber, sie ist apatisch. Die Nacht ist unruhig, sie wird alle 2 Stunden wach, schläft aber wieder ein. 3 mal erwacht sie mit einem riesen Aufschrei. Die Mutter hat dabei das Gefühl, sie hätte sich erschrocken. Beim Aufwachen verdreht sie ihre Augen merkwürdig nach oben. Am nächsten Tag geht es ihr körperlich etwas besser, die Augen sehen besser aus und sind nicht mehr so gerötet. Die morgendliche Temperatur ist 37,3 °C, am Tag zuvor 38,5 °C. Allerdings: Sie zeigt andauernd auf die Stelle, wo das Zahnfleisch geschwollen ist und schreit wie am Spieß. Sie hat heute Vormittag über 1 Stunde am Stück geschriehen. Das Kind reibt sich den Unterkiefer.

Jetzt erzählt mir die Mutter, dass Janine richtig fest auf ihren Schnuller beißt, so als wenn sie einen Wutausbruch hätte.

Diese Symptome, die Besserung der Zahnschmerzen durch festes Aufbeißen bei Zahnungsbeschwerden, sind typisch für Phytolacca.

Janine bekommt Phytolacca* C30 2 Globuli.

Nach dem Mittel schläft sie erst einmal 3 Stunden und ist fast kaum wieder wach zu bekommen. Direkt nach dem Aufwachen geht es ihr viel besser. Sie schreit überhaupt nicht mehr, massiert sich ab und an die betroffene Stelle. Zwischendurch zeigt sie mal auf ihren Zahn und sagt „aua“. Die nächste Nacht ist sehr ruhig. Am darauffolgenden Tag geht es ihr sehr gut, die Laune ist bedeutend besser. Sie frühstückt sogar, was sie tagelang nicht mehr gemacht hat und massiert den Zahn nicht mehr. Auch die extremen Blähungen, die sie mit dem Fieber hatte, haben aufgehört.


Tobias, 8 Jahre:  Hyperaktivitätssyndrom (ADHS)

Im März 2001 wird mir der 8jährige Tobias mit ausgeprägter Hyperaktivitätsstörung vorgestellt. Die Symptome wurden zunehmend auffällig, als er 2 Jahre alt war. Die Eltern berichten, Tobias ist sehr unruhig, er kann nicht ruhig sitzen. Er ist nervös und wechselhaft. Er kann sich schlecht konzentrieren: Für vieles interessiert er sich mit Feuereifer und kurz darauf hat er es vergessen. Tobias ist sehr sensibel. Er nimmt sich vieles sehr zu Herzen, wie z.B. einen Bericht im Fernsehen über ein ermordetes Kind. Manchmal zieht er sich in ein kindliches Gehabe und Verhalten wie ein Baby zurück. Das ist ein Symptom, das ich oft bei Tub. beobachte, merken Sie es sich unbedingt – Verhalten wie ein Baby. Oder er spielt den Kasper und hat ein großes Mund­werk.

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Tobias hat blühende Phantasien von Monstern und gruseligen Geschichten. Wie Paula in meinem ersten Fall hat er Alpträume: Er sieht Menschen als Leichen. Er bringt einen Räuber um. Ein Mörder, der immer größer wird. Dinge entfernen sich und kommen wieder zurück usw. Aus Angst steht er oft morgens nicht auf und ruft nach seinen Eltern.

Andere Symptome von Tobias sind: Er hat eine Störung der Feinmotorik beim Schreiben und Koordinations­probleme beim Turnen. Er macht ständige Bewegungen mit der Zunge. Großes Süßverlangen. Zweimal im Jahr bekommt er einen Husten oder eine spastische Bronchitis. Er schwitzt stark bei Anstrengung, besonders am Kopf. Und er hat auffallend rote Lippen und ein blasses Gesicht.

Zur Vorgeschichte: Vier Tage nach der Geburt bekam Tobias eine BCG-Impfung und 3 Monate später einen Tuberkulin-Test. Er bekam 6-fach-Impfungen und die Masern-Mumps-Röteln-Impfung.

Der Kinderarzt diagnostiziert ein ADHS-Syndrom. Alle bisherige Therapien wie Ergo- und Physiotherapie waren erfolglos. Tobias soll in 2 Monaten in eine neurologische Spezial-Klinik eingewiesen werden.

Mittelgabe

Ich gebe Tobias Tub. C1000, 2 Kügelchen aufgelöst in etwas Wasser an zwei Abenden, und ich verbiete ihm Zucker. Vier Wochen später wiederhole ich die Gabe, diesmal pur. Direkt nach der Einnahme wird Tobias von Tag zu Tag ruhiger und konzentrierter. Seine Eltern sagen den Kliniktermin ab.

Zwei Jahre später spreche ich mit den Eltern: Tobias hat sich in den letzten 2 Jahren normal entwickelt. Er hat noch leichte Konzentrationsprobleme, aber die  Konzentration und die Leistungen in der Schule sind wesentlich besser geworden. Er hat auch kein kindisches Verhalten mehr. Tobias hat Selbstvertrauen und übernimmt beim Spielen mit seinen Freunden mehr Initiative. Er ist nicht mehr hyperaktiv, hat keine Alpträume, keine Infektneigung und keine schweißigen Hände mehr. Tub. hat tiefgreifend gewirkt.


Paul, 5 Monate alter Säugling:  Erbrechen von Muttermilch, angeborener Herzfehler, Schwerhörigkeit

Der 5 Monate alte Paul kommt am 16.3.2013 in meine Behandlung Paul kam mit mehreren Fehlbildungen zur Welt: Er hat einen Vorhofseptumdefekt (ASD), einen Ventrikelseptumdefekt (VSD), eine Aortenisthmus- und eine Pulmonalstenose, Hodenhochstand beidseits, einen Leistenbruch und eine angeborene Ptosis des rechten Augenlides. Die Ärzte bereiten die Eltern auf eine geistige und körperliche Entwicklungs­verzögerung des Kindes vor. Außerdem hat Paul Schreianfälle und Magenprobleme: Immer wieder erbricht Paul die Muttermilch.

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Entweder erbricht er sie direkt nach dem Trinken; oder er würgt eine käsige, puddingartig-zähflüssige, sauer riechende Masse nach oben, sodass sie ihm aus den Mundwinkeln läuft. Das Erbrochene ist flüssig mit Brocken zersetzt. Das Hochwürgen dieser geronnenen Muttermilch ist dann immer mit lange anhaltenden Schreianfällen verbunden, die direkt nach dem Hochkommen der Nahrung einsetzen.

In den ersten Monaten hatte Paul fast ununterbrochen (mit kleinen Unterbrechungen) ca. 6 Stunden am Tag geschrien. Man mußte ihn hochlagern, denn sobald er im Liegen war, setzte das Würgen ein. Heute schreit er immer noch ca. 1 ½ Stunden am Tag. Es beginnt mit einem lauten Glucksen im Magen. Dann kommt die sauer riechende, dickliche Nahrung hoch. Oft würgt Paul auch im Liegen, manchmal soviel, dass es ihm aus den Mundwinkeln läuft, obwohl das Stillen schon mehrere Stunden zurückliegt. Das Hochwürgen der Muttermilch tritt gehäuft vom Nachmittag bis zum Abend hin auf. Außerdem muß er tagsüber ständig Aufstoßen.

Paul wog bei Geburt 2.300 Gramm; wegen seinem permanenten Erbrechen und schlechter Gewichtszunahme wurde er 8 Wochen lang per Sonde ernährt. Schon in diesen ersten Monaten konnte man durch die Sonde sehen, dass viel Luft aus dem Magen kam. Er wurde mit 3 Monaten 6-fach- und gegen Pneumokokken geimpft. Nach der Impfung war er eine Woche lang schwach, quängelig und er hatte wenig Appetit. Beide Eltern sind BCG-geimpft. Pauls Vater hat Heuschnupfen, seine Großmutter eine Sarkoidose und sein Urgroßvater Lungenkrebs.

Ich gebe Paul als erstes Mittel Aethusa* C30, anschließend Tuberkulinum* C30 als Zwischenmittel und danach wieder Aethusa. Schon nach wenigen Tagen ist eine deutliche Besserung sichtbar: Die Schreiattacken, das Hochwürgen von Milch und das Aufstoßen nehmen in Häufigkeit und Intensität deutlich ab. 5 Wochen nach Beginn der Behandlung treten diese Symptome nur noch sporadisch und in großen Abständen auf und verschwinden schließlich ganz.

Der Vorhofdefekt (ASD) sollte nach Aussage des behandelnden Professors auf jeden Fall nach ca. 6 Monaten operiert werden, denn normalerweise wächst ein ASD nicht spontan zu. Ursprünglich war die Vorbereitung des Kindes auf diese Operation sogar der Hauptanlass für die Familie gewesen, eine homöopathische Behandlung zu beginnen. Der ASD hatte sich schon in den zwei Wochen der Kontaktaufnahme und Erstanamnese am 16.3., d.h. vor der ersten Gabe eines Mittels von anfangs 7,6 mm auf 3 mm reduziert. 5 Wochen später, am 10.5. misst der Defekt nur noch 2,3 mm; weitere 4 Monate später ist er auf nur noch 1,3 mm zurück­gegangen. Der ASD muß nicht mehr operiert werden, auch die Pulmonal- und die Aortenisthmusstenose sind in den Druckgradienten rückläufig und müssen ebenso wahrscheinlich nicht mehr operiert werden.

Natürlich sind die Eltern sehr glücklich über diese Nachricht. Der behandelnde Professor der Kardiologie sagt, dies ist ein „kleines medizinisches Wunder“, eine „Spontanheilung“; er selbst habe so etwas in seiner bisherigen Laufbahn noch nie erlebt! Die Frage, ob die parallele homöopathische Behandlung hierbei geholfen haben könnte, beantwortet er mit einem Lächeln. Er sagt: „Wenn Sie daran glauben, ist es gut.“

Im Laufe der Monate zeigt sich, dass Paul wie vermutet eine Entwicklungsverzögerung hat. Er ist weiter in Behandlung.


* Homöopathische Arzneien werden individuell verschrieben und sind nicht auf andere Krankheitsfälle übertragbar.

Alle Namen im Text wurden geändert.

Abkürzungen:  < = Verschlimmerung,  > = Besserung

K1024_K800_CRbearbeitet

 

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