Zwei Fälle – Angina & Überbeine

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2 Fälle – Angina & Überbeine Erschienen in der Zeitschrift für Klassische Homöopathie, Haug Verlag

Von Dr. med. Carl Rudolf Klinkenberg

1. Fall: Angina – 31jährige Patientin in der 9. Schwangerschaftswoche

 

 3.11.2003: Seit 2 Tagen starke Halsschmerzen. Die Schmerzen treten beim Schlucken auf: Speichel-Schlucken tut besonders weh, aber auch das Schlucken von Speisen ist sehr schmerzhaft, etwas weniger das Schlucken von Flüssigkeiten. Kein Unterschied zwischen warmen und kalten Getränken. Die Schmerzen sind auf der rechten Seite stärker.

In den letzten Tagen hatte sie sehr wenig Schlaf wegen einer Erkrankung des Sohnes. Sie fühlt sich erschöpft mit dem Bedürfnis, sich hinzulegen und zu schlafen. Oft ist ihr fröstelig. Subfebrile Temperatur. Durst mäßig; vielleicht trinkt sie aber auch wenig, weil es schmerzt. Gestern kaum Appetit. Im Hals ein Gefühl wie wund; auch stechende Schmerzen; keine Trocken­heit. Nachts sind die Beschwerden besonders stark, nachdem sie [eine zeitlang / eine Weile] durch den Mund geatmet hat, um nicht schlucken zu müssen.

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Ständig leichte Übelkeit, schon vor Beginn der Erkrankung. Auch der Schleim hinten im Hals, den sie immer hochräuspern möchte, könnte mit der Schwangerschaft zu tun haben.

Die Patientin nahm bis vor 3 Wochen wegen Unfruchtbarkeit mit rezidivierenden Fehlge­burten, allgemeiner Schwäche, Appetitlosigkeit, Stuhlinkontinenz und immer wiederkehrender Traurigkeit Natrium muriaticum Q6.

Befund: Livide gerötete, ödematös geschwollene Lymphfollikel an der Rachenhinter­wand und im Bereich der Tonsillen. Letztere waren im Kindesalter entfernt worden. Am Hals geschwollene Lymphknoten beidseits.

Materia medica

* Stechen im Halse, °auch bei leerem Schlingen, …*Schmerz wie roh und Wund im Halse: …beim Schlingen; hinten im Halse, …Weh, beim Schlingen, …°Entzündung des Halses,­ °mit dunkler, variköser Auftreibung der Gefäße; °mit Nachmittags und abends erhöhten Schmerzen; …Zäher Schleim überzieht den innern Hals. (Symptomen­kodex, G.H.G. Jahr)

 Mittelgabe

Pulsatilla 200 (Gudjons) 1 Glob. unter die Zunge.

Verlauf

2 Stunden nach Einnahme heftiger Migräneanfall mit Übelkeit. Die Patientin leidet an einer chronischen Migräne, die in den letzten Jahren unter homöopath­ischer Behandlung deutlich an Häufigkeit und Intensität abgenommen hatte und seit Monaten nicht mehr aufgetreten war. Außerdem Fieber. Am nächsten Morgen Allgemein­zustand viel besser, keine Kopfschmerzen, kein Fieber und keine Übelkeit (!) mehr. Die Hals­schmerzen sind deutlich reduziert und am zweiten Tag nach Mitteleinnahme vollständig ver­schwunden.


2. Fall: 62jährige Patientin mit zwei Überbeinen am Fußrücken

 

27.04.2000: 62-jährige Patientin mit zwei Überbeinen am linken Fußrücken. Die Überbeine haben sich seit etwa einem halben Jahr entwickelt. Sie liegen direkt nebeneinander, sind unterschiedlich groß und zusammen ca. 3 cm im Durchmesser und 2 cm hoch. Das kleinere der beiden hatte sich nach dem größeren gebildet. Die Patientin will sich nicht operieren lassen.

Die Überbeine jucken stark, wenn sie den Fuß in warmes oder kaltes Wasser hält. Das Jucken fühlt sich an wie ein intensives Krabbeln. Wenn Sie mit dem rechten Fuß über die Überbeine reibt, hört der Juckreiz auf. Auch abends im Bett juckt es ein wenig.

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Außerdem klagt die Patientin über ein dumpfes Druckgefühl im rechten Oberbauch, > nach Essen. Dies trat erstmals vor einem halben Jahr auf, verschwand dann und ist seit kurzem wieder spürbar. Seit 2 Monaten Schmerzen im rechten Arm, den sie nicht hochheben kann. Die Schmerzen treten mal im Ellenbogen, mal in der Schulter auf und verschlimmern sich deutlich bei Wetter­umschwung von Kalt auf Warm.

Mittelgabe

Rhus-toxicodendron. Q3 (Rosegger) 5 Tropfen auf 1 TL täglich.

Verlauf

5 Tage nach Beginn der Arzneieinnahme beginnt ein extrem starker Juckreiz. Dieser in der Intensität nicht gekannte Juckreiz hält 3 Tage an. Daran anschließend hat die Patientin 3 Tage lang starke Schmerzen in den Überbeinen, „als wenn dort ein Geschwür wäre, das platzen wollte.“ Als die Schmerzen vergehen, ist das kleinere der beiden Überbeine verschwunden, das andere wesentlich kleiner geworden. Die Schmerzen im rechten Arm sind seit Beginn der Tropfeneinnahme weg. Die Gabe von Rhus-t. Q3 wird insgesamt 7 Wochen weitergeführt, unter Rhus-t. Q6 verschwindet auch die restliche Geschwulst vollständig innerhalb der folgenden 4 Wochen.


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