Vier Fälle 4

Die chronischen Störungen von vererbter Tuberkulose und Impfungen – Vier Fälle

Dr. Carl Rudolf Klinkenberg, Vortrag Jahrestagung DZVhÄ am 18.05.2012

In meinem letzten Fall zeige ich Ihnen die Auswirkungen einer direkten BCG-Impfung:

  1. Fall

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Am 9.03.2001 kommt der 8jährige Tobias mit ausgeprägter Hyperaktivitäts­störung in meine Praxis. Die Symptome wurden zunehmend auffällig, als er 2 Jahre alt war. Die Eltern berichten, Tobias ist sehr unruhig, er kann nicht ruhig sitzen. Er ist nervös und wechselhaft. Er kann sich schlecht konzentrieren: Für vieles interessiert er sich mit Feuereifer und kurz darauf hat er es vergessen. Tobias ist sehr sensibel. Er nimmt sich vieles sehr zu Herzen, wie z.B. einen Bericht im Fernsehen über ein ermordetes Kind. Manchmal zieht er sich in ein kindliches Gehabe und Verhalten wie ein Baby zurück. Das ist ein Symptom, das ich oft bei Tuberkulinum beobachte, merken Sie es sich unbedingt – Verhalten wie ein Baby. Oder er spielt den Kasper und hat ein großes Mund­werk.

Tobias hat blühende Phantasien von Monstern und gruseligen Geschichten. Wie Paula in meinem ersten Fall hat er Alpträume: Er sieht Menschen als Leichen. Er bringt einen Räuber um. Ein Mörder, der immer größer wird. Dinge entfernen sich und kommen wieder zurück usw. Aus Angst steht er oft morgens nicht auf und ruft nach seinen Eltern.

Andere Symptome von Tobias sind:

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Eine Störung der Feinmotorik beim Schreiben und Koordinations­probleme beim Turnen. Er macht ständige Bewegungen mit der Zunge. Großes Süßverlangen. Zweimal im Jahr bekommt er einen Husten oder eine spastische Bronchitis. Er schwitzt stark bei Anstrengung, besonders am Kopf. Und er hat auffallend rote Lippen und ein blasses Gesicht.

Äußere Zeichen von Tuberkulinum

Tuberkulinum hat ganz typische äußere Zeichen. Bitte achten Sie auf:

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Auffallend rote Lippen. Gezackte Zahnschneiden (Med., Syph.). Die Kinder haben manchmal angeborene Anomalien, z.B. verschiedene Augenfarben oder einen Hodenhochstand. Die Handflächen sind meistens feucht. Oder der Haaransatz ist feucht seitlich oder am Hinterkopf. Die Absonderungen bei akuten Infekten sind ein weiterer Hinweis, Tuberkulinum hat oft grünliche Absonder­ungen aus der Nase oder den Bronchien, selbst der Eiter ist grünlich. Die Halslymphknoten und die Tonsillen sind fast immer vergrößert.

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Vier Tage nach der Geburt bekam Tobias eine BCG-Impfung und 3 Monate später einen Tuberkulin-Test.

Der Tuberkulin-Test ist ein Intrakutantest mit gereinigtem Tuberkulin. Tuberkulin ist ein Filtrat einer sterilisierten Kultur von menschlichen TBC-Bakterien und enthält die Stoff­wechsel­produkte der Bakterien. Auch durch diesen Test wird der Körper mit TBC impräg­niert.

Tobias hatte mehrere 6-fach-Impfungen und die Masern-Mumps-Röteln-Impfung; er hatte dreimal einen Scharlach ohne Hautausschlag.

Der Kinderarzt diagnostiziert ein ADHS-Syndrom. Alle bisherige Therapien (Ergotherapie, Physiotherapie) waren erfolglos. Tobias soll in 2 Monaten in eine neurologische Spezial-Klinik eingewiesen werden.

Mittelwahl

Wegen der ausgeprägten körperlichen und geistige Unruhe, der roten Lippen und der BCG-Impfung vermute ich eine TBC-Infektion. Für die Fallanalyse verwendete ich die Repertorien von Murphy und Pennekamp, die viele klinische Tuberkulinum-Nachträge enthalten.

Tuberkulinum findet sich in diesen Rubriken:

Die Nachträge im Kinderrepertorium von Pennekamp sind in der Mehrzahl klinische Erfahrungen der indischen Homöopathen P. Vakil und P. Prahlad (Mumbai) und des Autors selbst, ergänzt durch eine Materia medica von M. Burgess-Webster (H. Pennekamp, persönliche Mitteilung).

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Achten Sie besonders auf die Rubrik „Impfung, Beschwerden„. Tuberkulinum ist hier im Murphy im 3. Grad und auch im Pennekamp. Dieser 3. Grad basiert auf Nachträgen zeitgenössischer Autoren.

Das ist wichtig: Tuberkulinum ist eine der besten Arzneien für die Folgen von Impfungen, obwohl Impfungen nicht direkt etwas mit TBC zu tun haben!

Es sieht so aus, dass Impfungen eine ähnliche Störung wie die vererbte TBC hervorrufen. Beide Einflüsse schlagen in dieselbe Kerbe. Gerade das Zusam­men­kommen dieser beiden Einflüsse ist heute ein großes Problem für die Gesundheit unserer Kinder!

[Schon Burnett heilte die Folgen von Pocken-Impfungen oft mit Bacillinum. Es gibt eine Fülle von Hinweisen, dass Mehrfachimpfungen chronische Störungen machen können. Die Zunahme von Autismus z.B. von 1:10.000 auf 1:150 in den USA zwischen 1983 and 2008 parallel zur Zunahme der Impfungen; die Zunahme entzündlicher Darmerkrankungen nach MMR-Impfungen usw. [18,30].

Ich gebe Tobias Tuberkulinum C1000, 2 Kügelchen aufgelöst in etwas Wasser an zwei Abenden, und verbiete ihm Zucker. 4 Wochen später wiederhole ich die Gabe, diesmal pur. Direkt nach der Einnahme wird Tobias von Tag zu Tag ruhiger und konzen­trierter. Seine Eltern sagen den Kliniktermin ab. In den folgenden 2 Jahren entwickelt sich Tobias normal. Er ist nicht mehr hyperaktiv, hat keine Alpträume, keine Infektneigung und keine schweißigen Hände mehr.

Tuberkulinum hat tiefgreifend gewirkt.

Zusammenfassung

 

Paula, Ben und Vera litten unter den chronischen Folgen einer vererbten TBC-Infektion. Tobias wurde direkt durch die Impfung infiziert.

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Die TBC führt heute weltweit die Statistik der tödlichen Infektionskrankheiten an. 2010 starben 1,4 Millionen Menschen an TBC. Im 2. Weltkrieg bis in die 50iger Jahre hatte fast jede Familie in Deutschland ein oder zwei TBC-Kranke. Auf diese Weise hatten viele unserer Vorfahren TBC. Sie geben das tuber­kulöse Miasma an ihre Nachkommen weiter. Auch durch TBC-Impfungen und Tuberkulin-Tests wird der tuberkulöse Einfluss übertragen.

Das heißt, in der ganzen Welt haben wir Kinder und junge Menschen, bei denen alle diese Einflüsse zusammenkommen:

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(1) Die Kinder tragen die erbliche Belastung ihrer Vorfahren.

(2,3) Sie haben die Belastung durch TBC-Impfungen und -Tests ihrer Eltern.

(4) Die Mehrfachimpfungen, die die Eltern als Kinder bekommen haben, machen chronische Störungen. Auch diese wirken sich auch negativ auf die Gesundheit der Kinder aus.

(5,6) Viele Kinder wurden selbst TBC-geimpft oder haben TBC-Tests bekommen.

(7) Unsere Kinder sind das letzte Glied dieser verheerenden Kette. Zusätzlich zu ihren vererbten Problemen werden sie mehrfach-geimpft.

Jeder dieser Faktoren kann eine chronische Störung auslösen, die mit Hilfe von Tuberkulinum oder anderen Arzneien geheilt werden kann. Wenn Sie das nächste Mal Symptome von Tuberkulinum oder Bacillinum beobachten, dann erforschen Sie, wo die reale Infektion bei den Kindern, den Eltern, Großeltern oder Urgroßeltern stattgefunden hat. Sie erhalten Informationen, die Ihre Mittelwahl sichern.

 

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!


 

 

 

 

Literatur

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